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Im Großhandel 15 Prozent Energiekosten einsparen

15.05.2020 Christoph Trares

Wer deutschlandweit mehr als 50 GWh/a Strom oder Gas verbraucht, kann seine Energie direkt am Großhandelsmarkt einkaufen. Das gilt für Unternehmen mit mehreren Standorten wie auch für Zusammenschlüsse von Unternehmen gleichermaßen, relevant ist die Summenmenge.

Anstatt sich mit einer Ausschreibung an einen Energievertrieb zu binden, überspringt man durch den direkten Großhandel mindestens eine Zwischenhandelsstufe und kann bei jedem Beschaffungsvorgang den günstigsten am Markt verfügbaren Preis realisieren. Durch ein eigenes Portfolio- und Risikomanagement können dabei jederzeit bis zu vier Jahre im Voraus beliebige Energiemengen am Markt gekauft und verkauft werden. Ebenso kann je nach Marktlage zwischen Forward- und Spotmarkt gewechselt werden. Durch diese Unabhängigkeit und Flexibilität spart ein energieintensives Unternehmen bis zu 15 Prozent seiner Beschaffungskosten ein, laut einer aktuellen Untersuchung des Energiedienstleisters enexion.

Wer seine Energie dagegen klassisch in Form von Festpreis- oder Tranchenverträgen über einen Versorger bezieht, zahlt immer einen Endkundenpreis. Ob aufschlags- oder formelbasiert, ob OTC- oder börsenindiziert ist dabei unerheblich. Der Marktzugang ist durch einen einzigen Versorger kontrolliert, der die Preise bestimmt. Schließlich gibt ein Versorger nur eigene Offer-Preise, jedoch nicht den zu einem Zeitpunkt günstigsten am Markt verfügbaren Preis weiter.

Ein weiterer Vorteil: Im Großhandel müssen keine Gesamtmengenzusagen getroffen werden, ganz im Gegensatz zu einem Festpreis- oder Tranchenvertrag. Durch den lebendigen Anbieterwettbewerb, der an keine Vertragslaufzeiten gebunden ist, können gerade in stark volatilen Zeiten wie diesen erhebliche Preisvorteile für die kommenden vier Lieferjahre wie auch für 2020 realisiert werden – ohne erst eine Ausschreibung durchführen zu müssen. Eigene Bilanzkreise sichern zudem gegen Versorgerinsolvenzen ab, denn die Energie gehört dem Unternehmen selbst und nicht einem Versorger bzw. Einzelhändler.

 

Michael Wieland, GF in der SH Wire Group und u. a. verantwortlich für den Metallhandel sowie die Energiebeschaffung:

Als energieintensiver Wickeldrahthersteller sind wettbewerbsfähige und planbare Energiekosten sowie eine sichere Versorgung für unsere Unternehmen von essentieller Bedeutung. Auch im Netz- und Nebenkostenbereich sind wir von hoher Komplexität, vielen Antragsprozessen und fortlaufenden Änderungen betroffen. Zusammen mit enexion setzen wir nicht nur die Beschaffung und das Risikomanagement direkt am Großhandelsmarkt langjährig erfolgreich um, sondern werden auch bei allen anderen Themen aus dem Energiebereich umfassend unterstützt, entlastet und abgesichert. Nur mit Rückgriff auf verschiedene Fachexperten und Marktprozesse ist es für ein mittelständisches Industrieunternehmen mit Produkten im globalen Wettbewerb noch möglich, in Deutschland energieintensive Produktionsprozesse zu betreiben.

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Christoph Trares

Vertriebsleiter der enexion Group (CSO)
Verantwortung des Vertriebs- und Marketingteams

Zur Person:

Diplom-Betriebswirt und Kaufmann im Groß- und Außenhandel.
Seit 2003 in leitenden Funktionen u.a. bei Siemens, Lufthansa und der Pharmabranche. Seit 2010 Vertriebsleiter in der Konsumgüterbranche und der Energiewirtschaft.