Lockdown, wirtschaftliche Entwicklung und Stromerzeugung

05.05.2020 enexion

Corona hat, wenn es nach den Medien geht, Deutschland fest im Griff. Die Anzahl der Neuinfizierten steigt und steigt. Eine korrekte Rechnung wird in Funk und Fernsehen gar nicht, in den großen Medien nach meiner Kenntnis nur auf WELTonline regelmäßig bekanntgegeben bzw. veröffentlicht: Die Grafik rechts belegt anschaulich, dass die Anzahl der Aktiven Fälle seit dem 6.4.2020 kontinuierlich abnimmt. Klicken Sie hier – Der Artikel, der die interaktive Grafik enthält, öffnet sich. Gehen Sie mit Finger oder Maus über die entsprechende Linie und der Wert für das jeweilige Datum ploppt auf. Am 6.4.2020 betrug die Anzahl der aktiven Fälle 72.864. Am 28.4.2020, gut 3 Wochen später, hat sich die Zahl der Aktiven Fälle mit 36.198 mehr als halbiert. Die Zahl sinkt stetig weiter. Diesen Sachverhalt offen zu kommunizieren, würde bezogen auf die Beibehaltung des Lockdowns etliche Fragen beim Bürger aufkommen lassen. Denn mittlerweile ist durchgesickert, dass der Lockdown just zu dem Datum angeordnet wurde, als die mittlerweile berühmte Reproduktionszahl R bereits um die gewünschte R=1 schwankte.  Und deshalb vollkommen unnötig war. Genauso wie die Bevorratung von Intensivbetten für Corona-Kranke.

Es ist u. E. sehr unwahrscheinlich, dass es zu der befürchteten, fast schon beschworenen zweiten Corona-Infektionswelle kommen wird. Die wirtschaftlichen, die gesellschaftlichen Auswirkungen des Lockdowns, welcher ein beabsichtigtes Herunterfahren fast aller produktiven wirtschaftlichen Aktivitäten war, sind offensichtlich. Da allerdings stehen wir im Gegensatz zur Corona-Pandemie tatsächlich erst am Anfang. Es ist noch gar nicht abzusehen, welche nachhaltig-negativen Auswirkungen ein solches Verfahren, das ja nicht nur in Deutschland, sondern bis auf wenige Ausnahmen in der kompletten westlichen Welt durchgeführt wurde und wird, auf Dauer hat.  Der Ölpreis allerdings, zuverlässiges Wirtschaftsbarometer, zeigt seit Wochen Tiefststände bis hin zur Tatsache, dass fällige Kontrakte sogar zu negativen Preisen gehandelt wurden. So etwas kennen wir bereits – aktuelle Zahlen siehe unten – von den Strompreisen. Extrem niedrige Ölpreise=kaum Nachfrage=Die wirtschaftlich-produktiven Aktivitäten gehen gegen Null. Der Dienstleistungssektor liegt am Boden. Dürfen Kaufhäuser öffnen, wenn maximal 800 m2 Verkaufsfläche zur Verfügung stehen, bleibt der Kulturbetrieb, bleiben Hotels, bleibt die Gastronomie komplett geschlossen. Die Innenstädte, die Einkaufszentren, die Malls werden kaum besucht. Warum auch? Einkaufen, ohne einen Kaffee trinken zu können, Shoppen, ohne anschließendes Essen im Lieblingsrestaurant? Wer macht denn sowas? Da bestellt der Bürger das Notwendige online. Wenn er denn schon zu Hause kochen muss.

Die Lufthansa, deutsches Paradeunternehmen, ist praktisch insolvent. Adidas ebenfalls. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Auch wenn der Lockdown kurzfristig komplett aufgehoben würde: Die wirtschaftlichen Schäden sind enorm. Sie werden noch viel größer werden. Über 10 Millionen Kurzarbeiter und weit über 2,6 Millionen Arbeitslose schon im April sind ein Menetekel.

Immerhin gab es ab Mittwoch vergangener Woche wieder ein paar Regenwolken am Himmel. Das sagenhafte Frühlingswetter – Medien sprachen schon wieder von „Dürre“ –  scheint zunächst mal vorbei zu sein.

Dieses Chart zeigt die 3 wesentlichen Abschnitte des Zeitraums vom 21. bis 30.4.2020:

1. 21. bis 23.4.2020: Viel Windstromerzeugung, viel Strom aus Photovoltaik. In der Nacht zum 23.4.2020 lässt die Windstromerzeugung stark nach.

2. 23. bis 27.4.2020: Kaum Strom aus Windkraftanlagen. Ausnahme – „Windstrombuckel“ am 24.4.2020.  Photovoltaikanlagen liefern weiterhin viel Strom.

3. 28. bis 30.4.2020: Die Windstromerzeugung zieht sukzessive wieder an. Die Stromerzeugung mittels Photovoltaik lässt hingegen um gut ein Drittel nach.

Bemerkenswert ist der Entwicklung des Strompreises an der Börse:

1. Im ersten Teil des Analysezeitraums fallen negative Strompreise an. Der Strom wird zum Teil nicht nur verschenkt. Es wird sogar noch Geld mitgegeben: -83,94€/MWh am 21.4.2020 um 14:00 Uhr für 12,234 GW = -1.026.921,96 €. In der Nacht zum 23.4.2020 – die Windstromerzeugung geht massiv zurück – muss Strom in erheblichem Umfang importiert werden. Der Preis liegt in der Spitze bei über 42,-€/MWh. Gegen Abend fehlt noch mehr Strom zur Bedarfsdeckung. Jetzt liegt der Preis, den Deutschland pro MWh Energie bezahlen muss, bei 69,68€ um 20:00 Uhr für 13,591 GW = 947.020,88 €. Auch wer es gewohnt ist, mit großen Zahlen umzugehen, muss angesichts solcher Zahlen/Differenzen schon mal schlucken.

2. Im zweiten Teil des Analysezeitraums importiert Deutschland nahezu durchgängig Strom. Es wird wohl darauf spekuliert, dass dies günstiger sei, als die zusätzliche konventionelle Eigenerzeugung kosten würde. Die aufgerufenen Strompreise liegen zwischen 5,- und 48,-.

3. Der dritte Teil des Analysezeitraums zeigt wieder fast durchgängig Stromimporte. Die Preise sind insgesamt moderat. Es fällt gleichwohl auf, dass die insbesondere dann recht tief sind, wenn der Ex-, Importsaldo besonders gering ist.

Die Quellen für die Charts oben, die den gesamten Analysezeitraum abbilden:

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