Lockdown, CO2-Ezeugung, Strompreise – Einfluss auf stromintensive Industrien

11.05.2020 enexion

Die wichtigste, quasi die Referenzstation für die Messung des CO2-Gehaltes in der Atmosphäre liegt in der Nähe des Vulkans Mauna Loa auf Hawaii. Die dort gemessenen Werte sind entscheidend für Klimaforscher, die meinen, dass in erster Linie CO2 für die Erderwärmung verantwortlich sei. Eine kurze Darstellung der Entwicklung des CO2-Ausstoßes der vergangenen Jahre sehen Sie hier. Es sollte möglich sein, die Auswirkungen des massiven Einbruchs menschlich verursachten Kohlendioxids auf die Entwicklung der Messungen des CO2-Gehalts der Station Mauna Lao zu beobachten. Vielleicht aber ändert sich auch nichts oder nicht viel. Dann müsste die aktuelle Mess-Systematik hinterfragt werden. In Zeiten des praktisch weltweiten Lockdowns leben die Menschen im Prinzip so, wie sich das unsere Klimaschützer vorstellen. Kaum Mobilität mit der Folge des Einbruchs von Reisen mit Auto oder Flugzeug. Millionen Menschen bleiben wegen des Verlusts des Arbeitsplatzes oder angeordneter Kurzarbeit zu Hause und versorgen sich dort, statt in Restaurants oder Gaststätten Speisen und Getränke zu konsumieren. Hotels sind geschlossen, die zwischenmenschliche Kommunikation ist sehr stark durch Kontaktverbote eingeschränkt. Das Atmen wird durch die u. E. wenig zielführende Pflicht, Masken zu tragen, erheblich erschwert. Ganze Industrien haben, sogar die Autoindustrie hat die Produktion für Wochen eingestellt. Fehlt nur noch, dass der Umzug in Baumhäuser angeordnet wird, wie das unsere Radikalklima- und Waldschützer im Hambacher Forst seit Jahren vormachen. Kurz und gut, die menschengemachte CO2-Erzeugung nimmt stark ab. Das müsste dann auch auf Hawaii am Mauna Loa festzustellen sein. Wir sind gespannt, wie die Entwicklung weitergeht. Nur sei vor zu viel Optimismus gewarnt. Wenn die CO2-Werte nicht sinken, werden unsere Klimaschützer dafür sicher gute Gründe finden. Da sind wir sicher.

Zweifelsohne wird die Bundesregierung an der Energiewende festhalten. Auch wenn die Grünen Robert Habeck und Annalena Baerbock in einem Gastbeitrag der FAZ vorgeschlagen haben, die EEG-Umlage um 5 Cent pro kWh zu senken:

Zur Unterstützung von Selbständigen, mittelständischen Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürgern sollte die EEG-Umlage um fünf Cent je Kilowattstunde gesenkt werden, also um rund 75 Prozent. So kann bis Ende 2021 ein Kaufkrafteffekt von 22 Milliarden Euro erreicht werden. Sinken die Strompreise, werden Elektroautos, Wärmepumpen oder Wasserstoff-Anwendungen wirtschaftlicher – gut für den dringend nötigen Investitionsschub. Entsprechend muss der Ausbau der Erneuerbaren wieder in Gang gebracht werden, so, dass Bürgerinnen und Bürger profitieren. Quelle: Hier klicken

Wer die dann fehlenden Milliarden für die weiter zu subventionierenden, mittels regenerativer Energieträger betriebenen Stromerzeuger aufbringen soll, darüber schweigen sich die beiden Spitzengrünen aus. Wir könnten uns vorstellen, dass sie die ungeliebte stromintensive Industrie, die ja bereits jetzt von niedrigeren Strompreisen ´profitiert`, im Auge hat. Faktisch – das wissen die beiden wahrscheinlich gar nicht – dienen die abgesenkten Strompreise für die energie- und stromintensive Industrie dazu, die internationale Wettbewerbsfähigkeit aufrecht zu erhalten. Leider liegt zum Strompreisvergleich mit den wichtigsten Ländern nur eine Studie des Fraunhofer-Instituts ISI aus dem Jahr 2015 vor. Gleichwohl denken wir, dass die Ergebnisse auch heute noch bemerkenswert sind. Haben die nicht stromintensiven Unternehmen bereits erhebliche Wettbewerbsnachteile durch die höchsten Strompreise Europas, würde der Wegfall einer Strompreisanpassung an das Weltniveau für die stromintensiven Industrien womöglich das „Aus“ in Deutschland bedeuten. Was aber gerade im Sinn des Klimaschutzes bzw. eines verantwortungsbewussten Umgangs mit endlichen Ressourcen von niemandem gewünscht werden kann.

Beispiel: Die Herstellung von Kupferprodukten ist mit einem hohen Stromverbrauch verbunden. Die wesentlichen Produktionsländer unterscheiden sich jedoch deutlich hinsichtlich ihrer Ökobilanz und Verbrauchseffizienz. In der EU und in Deutschland prägen die weltweit strengsten Umweltauflagen und geringsten Energieverbräuche bzw. Emissionen den Kupfersektor. Eine Tonne Kupfer in Deutschland produziert erzeugt um die Hälfte weniger Emissionen als der weltweite Durchschnitt. So sind die Anteile an deutlich umwelteffizienterem Recycling-Kupfer in Deutschland und der EU besonders hoch. In der EU stammen ca. 15 Prozent des Stroms aus Kohlekraftwerken. In China dagegen liegt der Kohlestromanteil mit über 60 Prozent viermal so hoch. Dementsprechend höher sind die Emissionen sowie andere negative Umweltauswirkungen der verlagerten Produktion. Quelle: Hier klicken

Deutschland muss ein großes Interesse daran haben, die energieintensiven Unternehmen und Industrien im Land zu halten. Eine Erhöhung der Energie- und insbesondere der Stromkosten wäre in Sachen Umwelt- und Klimaschutz kontraproduktiv. Vom Verlust von Arbeitsplätzen und den sonstigen Folgen im Sozialbereich wollen wir hier gar nicht reden.

Zum Schluss noch ein Blick auf die Stromerzeugung in Deutschland vom 1. bis 7. Mai 2020. Auch wenn der Datenfluss lt. Chart gestört zu sein scheint: Für eine grobe Übersicht reicht es durchaus. Das Wetter war weiterhin frühlingshaft.  Die Stromerzeugung mittels Photovoltaik war befriedigend. Die Windstromerzeugung hingegen schwächelte. Das wurde zum Anlass genommen, den häufig fehlenden Strom zwecks Bedarfsdeckung aus dem Ausland hinzu zu kaufen. Es muss im Einzelfall geprüft werden, ob sich die Spekulation, den Strom kostengünstiger einkaufen zu können, als durch das Hochfahren eigener Kapazitäten zu decken, gerechnet hat. Was vor allem dann nicht der Fall wäre, wenn eine plötzlich auftretende, unerwartet starke Windstromerzeugung oder eine länger anhaltende Starkwindphase plus Strom aus Photovoltaik die Stromerzeuger zwingt, den dann zu viel erzeugten Strom vielleicht sogar mit Bonus zu verschenken, wie dies in den vergangenen Wochen öfter der Fall war. Weil offensichtlich genug Strom im europäischen Markt vorhanden ist, werden die Deckungslücken vor allem mit Strom aus Frankreich und der Schweiz geschlossen. Auch die Niederlande und Dänemark spielen wieder kräftig mit beim ´Spiel`: Strom aus Deutschland billig einkaufen. Strom nach Deutschland relativ teuer verkaufen.

Der Stromimport hat für Deutschland noch einen nicht zu vernachlässigenden Vorteil. Egal wie der Strom im Ausland produziert wird, das erzeugte CO2 bleibt nicht nur real, sondern auch rechnerisch im Ausland. Das senkt die eigene Klimabilanz. Deutschland kann seine Klimaziele einfacher erreichen. Was selbstverständlich nur Augenwischerei und faktisch eine Täuschung des Bürgers ist. Genau wie der Sachverhalt, dass in Deutschland moderne Kernkraftwerke abgeschaltet werden, aber Strom eingekauft wird, der z. B. aus Frankreich und der Schweiz kommt und einen großen Anteil Strom aus Kernkraft im Strommix enthält.

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